Eine Prinzessin in der eigenen Konkurrenz
Theatergruppen präsentierten doppeltes Schneewittchen
 

 

(sag) Großer Beliebtheit erfreut sich seit Jahren das Wahlfach „Theater“ bei den Schülerinnen ab der 6. Klasse an unserer Schule. In diesem Schuljahr war die Nachfrage so außergewöhnlich groß, dass zwei Gruppen gebildet werden konnten. Aber wie wird man beiden gerecht?
Bereits im Herbst begannen die Planungen der Theaterleiter Susi Tuschl und Dominik Speiseder für die immer im Mai stattfindenden Aufführungen.
Einerseits wollte man die Chance auf ein gemeinsames Projekt nutzen, andererseits sollte jede Gruppe für sich die Möglichkeit haben, eigene Ideen zu verwirklichen. Schnell war der Entschluss gefasst, das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ auf die Bühne zu bringen. Dabei sollten die Jüngeren „das Original“, und die Älteren eine selbst entwickelte Neufassung einstudieren, frei nach dem Motto:  aus zwei mach eins in einem zusammenhängenden Stück.

Bei einem gemeinsamen ganztägigen Theaterworkshop an der Schule, an dem getextet, gebastelt, gemalert, geprobt, geschwitzt, gelacht, gekocht und gegessen wurde, entstand bereits das Grobgerüst des Theaterstücks, welches am Dienstag, den 24. Mai Schülerpremiere und am Mittwochabend darauf Elternpremiere feierte.
Nach all diesen Vorbereitungen war es kein Wunder, dass die beiden Interpretationen mit Spannung erwartet und die Mädchen mit rhythmischem Klatschen im Theatersaal der Schule angefeuert wurden.
Vorhang auf für das Märchen, welches die erste Gruppe pfiffig und nett mit 7 neugierigen Zwergen, einem liebreizenden Schneewittchen, einer durchtriebenen Königin und naturgetreuen Kulissen widergibt.

„Platz da!“, meldet sich die zweite Gruppe mit einer aufgebretzelten Dirndl-Zwerginnen-Version, einer modern gestylten, völlig genervten Königin samt Bodyguards und Dienerschaft plus sprechendem Bilderrahmen mit Lachgarantie. Zwei Erzählerinnen buhlen jeweils um ihr Ensemble. Blitzschnell vollzieht sich der Darstellerwandel, flugs werden die Bühnenbilder gewechselt, die Inneneinrichtungen vertauscht und die pulsierenden Musikeinlagen aufgelegt. Dabei zeigt sich die gigantisch große Schauspielgruppe mit viel Disziplin und Konzentration. Alle Hände voll zu tun hat im stillen Hintergrund die Technik, die während der zahlreichen Szenenwechsel für Effekte, Lichtspiele und Soundtracks sorgt. Ob nun für die originalgetreue oder die aufgepeppte Version: am Ende gab`s kräftigen Applaus für eine Märchendarstellung mit Variationen.

Da läuft was schief. Der Prinz in Lederhosen überreicht den feschen Zwerginnen als Zeichen seiner Liebe rote Rosen, Schneewittchen geht leer aus. Ob das zweite Schneewittchen wenigstens ein Happy-End erlebt? Bis zum Ende blieb es spannend.