Bindung kommt vor Bildung
 


Dies ist eines der Schlagwörter, das das Konzept der „Erziehungsgemeinschaft an katholischen Schulen in Bayern“ in besonderer Weise auszeichnet. Betreut wird das Projekt vom Katholischen Schulwerk in Bayern, dem Dachverband der Bayerischen Diözesen. Laut der Referentin für Schulentwicklung des Katholischen Schulwerks, Dunja Müller, kann bei Schülern vor allem dann etwas erreicht werden, wenn Lehrer und Eltern an einem gemeinsamen Strang ziehen und gemeinsame Ziele verfolgen. Der Schulversuch wird von der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen wissenschaftlich begleitet und evaluiert, um die tatsächlichen Verbesserungen der Schülerleistungen nachweisen zu können.
Insgesamt 22 bayerische Schulen, die von Stiftungen oder Orden getragen werden, nehmen an diesem Pilotversuch teil. Die Maria-Ward-Schulstiftung Passau beteiligt sich sogar mit allen sechs Schulen, darunter auch der Realschule Maria Ward in Deggendorf, daran. Mit der Einführung dieses neuen pädagogischen Konzeptes, gehen die Stiftungsschulen einen einzigartigen neuen Weg in Bayern. Der Vorsitzende der Maria-Ward-Schulstiftung, Dr. Heinz-Günter Kuhls, betonte in seinem Grußwort, dass er die Kosten für das Training in Höhe von ca. 15000 € gerne bewilligt habe, da man in der Stiftung von diesem Konzept völlig überzeugt sei. Er betonte, dass das Geld hervorragend angelegt sei, da es direkt bei den Schülerinnen und Schülern ankommen wird.


An der  Realschule Maria Ward in Deggendorf haben jetzt insgesamt 95 Lehrkräfte der Stiftungsschulen an einem zweitägigen Training teilgenommen, in dem ihnen das  neue pädagogische Konzept „KlasseTeam“ und „FamilienTeam“ vorgestellt wurde. Dabei wurde abwechselnd in Vorträgen, Rollenspielen und Diskussionsrunden ein veränderter Blick auf das Kind geübt, mit dem Ziel Schülerinnen und Schüler zu unterstützen ihre emotionale Kompetenz zu stärken und dadurch ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. „Laut neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen ist emotionale Kompetenz ein wichtiger Baustein für eine gelingende Schullaufbahn,“ sagt Stefan Zauner, Pastoralpsychologe bei der Maria-Ward-Schulstiftung und ein wesentlicher Motor dieser neuen Pädagogik. Ein entscheidender Inhalt sei das richtige Loben und motivierendes Feedback, das die Lernfreude bei den Schülern erhöhen soll. Somit erfüllt dieses neue Konzept auch die Anforderungen des anerkannten Bildungsforschers John Hattie, der Feedback und Lob als eine der wichtigsten Variablen für eine erfolgreiche Schullaufbahn bezeichnet.
Aber nicht nur die Lehrer werden in ihrer pädagogischen Kompetenz begleitet und geschult,  auch die Eltern können sich in einem Kurs von acht Abenden ebenfalls in diese Pädagogik einführen lassen. Somit beginnen Lehrer und Eltern eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Die Rückmeldungen von früheren Teilnehmern sind durchwegs äußerst positiv, da auch hier in kleinen Gruppen geübt wird, wie man Konfliktsituationen mit Kindern möglichst stressfrei und gewinnbringend für alle lösen kann.
Die Schulleiterin Aloisia Bauer zeigte sich überzeugt von diesem neuen Konzept, das sie bereits in einem früheren Seminar kennen gelernt hatte. Die Mädchen Ihrer Schule sollen die besten Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. So war es für sie auch selbstverständlich dieses Training an ihrer Schule durchführen zu lassen. Gemeinsam mit den teilnehmenden Lehrkräften freut sie sich bereits auf den 2. Teil des Trainings, der Anfang März stattfinden wird.

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