Große Augen und Ohren bei den Rettungsaktionen der „Seefuchs“
im Mittelmeer
– Daniel Zwickl-Wieland war im November dabei und hat uns davon erzählt -

Es schneit und wir sitzen im Warmen, als Daniel Zwickl-Wieland uns, Schülerinnen der Realschule Maria Ward, von seinem Einsatz auf der Seefuchs erzählt, mit der Flüchtlinge aus ihren erbarmungswürdigen Schlauchbooten gerettet werden.


Die „Seefuchs“ gehört wie die „Sea Eye“ zu den beiden Rettungsschiffen der Regensburger Hilfsorganisation „Sea Eye“, die auf Initiative des Privatmanns Michael Buschheuer 2015 in Stand gesetzt wurden. Mit ihr sollen Flüchtlinge, die über den Seeweg (=Mittelmeer) versuchen, ihre Flucht aus ihren kriegerischen und lebensbedrohlichen Heimatländern nach Europa zu einem glücklichen Ende zu führen, vor einem erbärmlichen Tod gerettt werdenn. Doch damit weit gefehlt, denn nachdem ihnen die Schleuser bis zu 9000€ allein für die Bootsfahrt von der libyschen Küste nach Europa abeknöpft haben, treiben sie nach einer ca. zweistündigen Fahrt ziellos im Mittelmeer umher, da der Sprit ausgegangen ist.
Ohne die Hilfe von NGOs wie Sea Eye oder großen Tankern und anderen Personenschiffen sowie der italienischen Küstenwache, die bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen, würden sie aufgrund der körperlichen Strapazen und oder / durch Kentern im Mittelmeer ertrinken.


Daniel Zwickl-Wieland ist es in seiner unaufgeregt authentischen Art gelungen, uns die menschliche Perspektive der Flüchtlingsproblematik zu zeigen. „Meine Aufgabe ist die humanitäre Hilfe auf See. Ich frage nicht nach ihren Beweggründen. … Ob der einzelne Mensch letztlich das Recht hat, in einem europäischen Land Asyl zu bekommen, ist eine politische Entscheidung … ich möchte lediglich den Menschen eine reelle Chance auf ein Weiterleben ermöglichen.“
Diesen Eindruck hat er auf alle Fälle bei unseren Schülerinnen hinterlassen.


„Wir waren nach dem Vortrag sehr sprachlos.“ (Simone, 7c)
„… weil ich finde, dass man es sich besser vorstellen kann, wenn es jemand erzählt, der es selbst erlebt hat. … ich finde es gut, dass es eine solche Aktion gibt, die Menschen das Leben rettet.“ (Anna-Lena, 8c)
„Ich finde es gut, dass es noch Menschen mit Zivilcourage gibt und ich so eine Person, die bei dieser Organisation mitwirkt, persönlich kennen lernen durfte.“ (Emma, 9c)
„Ich finde, diese Menschen sind Vorbilder, weil sie ihren Urlaub opfern, um anderen Menschen das Leben zu retten.“ (Julia, 8c)
„Manche Bilder waren sehr schlimm, weil man erfahren hat, in welchem Zustand die Flüchtlinge sind.“ (Sophia, 8c)
„Respekt gegenüber denjenigen, die ihr Leben für andere opfern oder in Gefahr bringen.“ (Anna, 9c)
„… weil jeder Mensch, egal ob schwarz oder weiß, ein Recht auf Leben hat.“ (Hannah, 8c)
„Ich habe den Entschluss gefasst, wenn ich 18 bin und das Problem immer noch vorhanden ist, selbst mitzumachen.“ (Merle, 9c)
„Genauso hat er uns gezeigt, dass es Menschen gibt, die kein Herz haben und viele Menschen in Lebensgefahr bringen; aber auch Menschen, die ihr Leben riskieren, um das Leben vieler zu retten, die eigentlich nur ein besseres Leben wollten und vor Krieg und Terror fliehen. Er hat bewiesen, dass es auch schöne Momente auf dieser Reise gibt, und zwar die lachenden Gesichter der Geretteten.“  (Elisa, 9c)

Wir wünschen an dieser Stelle Daniel Zwickl-Wieland ebenso wie allen anderen Helfern der Sea Eye und sämtlicher NGOs, dass sie weiterhin mit so viel Mut, Kraft und Überzeugung sich für Menschenleben einsetzen, ganz im Sinne von Papst Franziskus (was auch der Leitspruch von Zwickl-Wieland ist):
„Europa ist die Heimat der Menschenrechte, und wer seinen Fuß auf europäischen Boden setzt, müsste das spüren können.“ (Papst Franziskus, 16.3.2016)


P.s.: Daniel Zwickl-Wieland ist Physiotherapeut aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Im November 2017 war er bei seinem ersten humanitären Einsatz auf der Seefuchs dabei. Sein nächster Einsatz ist im Oktober 2018. „So lange die Ursachen in den Heimatländern der Flüchtlinge nicht geändert werden und die Menschen nach Europa flüchten müssen, werde ich versuchen zu helfen.“