Träume- Der Schlüssel zum Unterbewusstsein
Schultheater entführt ins „Haus der Träume“

 

Spielleitung : Bergmann Heinz

„Komm ins Haus der Träume! Lass dich verführen! Lebe deine Vision, so wie du sein willst! Doch wehe dem, der aufwacht und sich in der realen Welt wiederfindet! Der Traum könnte zerplatzen wie eine Seifenblase!“ Mit traumhaften Visionen, facettenreichen Kurzszenen und prachtvoller Choreographie gestalteten die Mädchen der Mittelstufe am Freitag, den 11. Mai und Mittwoch, den 16. Mai eine bemerkenswerte Eigenproduktion des Stückes „Haus der Träume“. Nach drei Schülervorstellungen zeigten sich auch die Gäste der Abendvorstellungen begeistert von den raffinierten Ideen, der Liebe zum Detail und der Spritzigkeit der gesamten Truppe unter der engagierten Leitung von Heinz Bergmann.
Gigantisch sind oft unsere Träume von Schönheit und Reichtum. Wer will nicht den ultimativen Kick erleben, wer sehnt sich nicht nach Macht und Ruhm? Und auch der Traumpartner steht auf der Wunschliste ganz oben. Da ist es doch ein Leichtes, im Haus der Träume in wunderbarer Trance die Phantasiegebilde auszuleben. In 13 Szenen versetzten die Schauspielerinnen ihr Publikum in diese Utopiewelt, ließen sie teilnehmen an den Vorstellungen der Kundinnen, an den Traumdeutungen und Fähigkeiten des Hexenteams; links ein Weib, rechts ein Weib, ja so passt es für den Kunden Hans-Dieter, der von Aleksandra Koch (10d) so souverän locker gespielt wurde, als wäre das schlichtweg ihre Paraderolle. Von der Realität und ihren zickigen, boshaften Lästerschwestern betrogen fühlt sich Lisa Profendiner (10b), die als Hauptdarstellerin Josepha traumhafte Höhen und Tiefen wiedergibt. Und wer wäre wohl für einen Rollentausch zwischen –man höre und staune- Tod und Pinsel im langweiligen Alltagstrott besser geeignet als das bewährte Theaterduo Miriam Augustin und Susanne Berger (9b)? So staunt der Theaterbesucher über bestens organisierte Hexen, rappende Kundinnen, Morde aus gierigen Motiven, nervenkitzelnden Wahnvorstellungen und ernüchternden Realitätseingebungen. Wo der Traum gelebt wird, ist der Alptraum nicht weit. 27 Schauspielerinnen leben ihren Part, einige sind in Doppelrollen vertreten. Zu einer gigantisch farbenprächtigen modejournal-verdächtigen Kostümierung, die keine Wünsche der Damenwelt offen lässt, gesellt sich, bestens abgestimmt, eine professionelle Maske. Bewundern kann der Betrachter da nur die künstlerischen Schattierungen der Gesichter, diese fein nuancierte Schminkkunst, die der Aufführung wohl den ganzen Nachmittag vorausging. Die gut funktionierende Technik mit Beleuchtung leistet auch in diesem Jahr wieder einen guten Beitrag.
Als Schauplatz ist die Bühne bis in die letzte Ecke bestens ausgenutzt. Bis ins Detail durchdacht scheint die Positionierung des Hexenclans, bzw. der Schwesternfraktion, die fast einem Kunstwerk „Gruppenbild“ gleichkommt. Zu guter Letzt muss der Fleiß des Ensembles bezüglich der Sprache groß unterstrichen werden. Deutlich präzise artikuliert mit klarer Stimme präsentieren die Schülerinnen die Traumvorstellungen, die, bei aller Utopie, doch unser Dasein beleben. (sag)

Immer gut für einen lockeren Spruch, ob mit oder ohne Leiche: Hans-Dieter alias Aleksandra Koch (10d) . Während er seinen Kick mehrfach mit den Damen auf der Bühne erlebt, sorgt er selbst für den ultimativen Kick im Publikum.

 

Eine verhexter als die andere: Die Damen der Traumwelt

 

 

Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.