Der Schuh des Aschenputtels

(sag) Wenn die Patentante zaubernd den Schirm hebt, wenn zwei rockige Chauffeure eine junge Dame zum Mann ihres Herzens geleiten und zugleich zwei bissige Schwestern mit Stroh- und Lodenhut geschmückt, um die Gunst des Selbigen kämpfen, dann befindet sich der Zuschauer mitten in einer nicht ganz alltäglichen Fassung von „Aschenputtel“. Frei nach der Feder von Heleen Verburg hat die Theatergruppe der 6. und 7. Klassen dieses unterhaltsame und kurzweilige Werk zur Aufführung gebracht.
Ob in Vormittags- oder Abendvorstellungen, vor Schülern oder Eltern: für Spannung war allemal gesorgt. Alle Rollen konnten doppelt besetzt werden, so groß waren Eifer und Motivation der Nachwuchs-Theaterspieler. Das Aschenputtel wurde dabei mit seinem ansprechenden Liebreiz von Miriam Augustin und Marina Retzer treffend dargestellt.
Richtig stolz zeigte sich da die Leiterin der Gruppe Marina Weber nach all den Aufführungen über ihre gesamte Sprösslingsschar. Die Bühne wurde dabei aufs Einfache reduziert, ein paar Stühle, ein Tisch, eine weitere erhöhte Ebene, fertig. Auch auf farbiges Lichterspiel und technischen Schnickschnack hat man bewusst verzichtet. Hoch erhaben thront der Erzähler und kommentiert das Bühnengeschehen. „Ratzfatz“ ist der Vater wieder mit der geldgierigen Witwe verheiratet, die ihn eben noch an der Haustüre umgarnte. Und genauso schnell wandelt sich Aschenputtels Leben. Bis endlich ihre Träume in Erfüllung gehen, durchlebt sie eine bittere Zeit mit ihren beiden hinterlistigen Stiefschwestern. Neben pulsierenden Musikeinlagen aus der Pop- und Klassikszene gefielen die einfallsreichen Kostüme und die dazu passend adrett geschminkten Schauspielerinnen. Für große Anerkennung aber sorgte die deutlich artikulierte und emotionale Vortragsweise der Haupt- und Nebendarstellerinnen bei doch recht beachtlichem Textumfang. Mit Präsenten und viel Applaus bedankten sich die Schulleitung und die Zuschauer für eine vergnügliche, moderne Märchenstunde.